HAMBURG OST ENERGY · WISSEN KOMPAKT
Bei einem dynamischen Stromtarif ändert sich der Arbeitspreis entsprechend den kurzfristigen Börsenpreisen. Das kann Flexibilität belohnen, birgt aber auch Preisrisiken.
Was ist ein dynamischer Tarif?
Der vertraglich vereinbarte Arbeitspreis folgt einem Börsenpreisindex und kann sich im Tagesverlauf stark ändern. Der Börsenpreis ist nicht mit dem Endkundenpreis identisch: Anbieteraufschläge, Netzentgelte, Steuern, Abgaben und der Grundpreis müssen berücksichtigt werden.
Welche Technik braucht man?
Für die Nutzung eines dynamischen Stromtarifs benötigt man ein intelligentes Messsystem (iMSys), damit der Verbrauch zeitlich zugeordnet und entsprechend abgerechnet werden kann. Kläre mit Messstellenbetreiber und Lieferant die konkrete Inbetriebnahme und Datenbereitstellung.
Wem kann das nutzen?
Besonders interessant kann ein solcher Tarif für Haushalte sein, die Lasten tatsächlich verschieben können – beispielsweise Elektroauto-Laden, Wärmepumpe mit geeignetem Wärmespeicher oder gegebenenfalls Batteriespeicher. Wer vorwiegend in teuren Stunden Strom benötigt, kann auch mehr bezahlen.
Worauf beim Preisvergleich achten?
Vergleiche nicht nur günstige Einzelstunden, sondern vollständige Rechnungen: Arbeitspreisformel, Grundpreis, Messentgelt, mögliche Preisaufschläge, Vertragslaufzeit, Risiken bei hohen Börsenpreisen und zusätzliche Kosten einer automatischen Steuerung.
Praxisbeispiel
Ist Strom in einer bestimmten Stunde günstig, muss die flexible Last trotzdem sinnvoll und technisch zulässig verlagert werden können. Bei Batteriespeichern vermindern Ladeverluste den Vorteil. Die Zukunftspreise sind unsicher, deshalb keine pauschalen Einsparversprechen.
Bundesnetzagentur – Dynamische Stromtarife · SMARD – Strommarktdaten
Allgemeine Orientierung. Individuelle technische, steuerliche und rechtliche Bedingungen bitte prüfen.